ASTEROIDEN
Als Asteroiden (von griechisch ἀστήρ, astēr „Stern“ und der Endung -eides „ähnlich“), Kleinplaneten oder Planetoiden werden kleine Objekte bezeichnet, die sich auf keplerschen Umlaufbahnen um die Sonne bewegen.
Bislang sind 534.430 Asteroiden im Sonnensystem bekannt (Stand: 29. August 2010),[1] wobei die tatsächliche Anzahl wohl in die Millionen gehen dürfte. Nur die wenigsten davon haben allerdings mehr als einige 100 Kilometer Durchmesser, so dass sie auf Grund ihrer eigenen Schwerkraft eine runde Form annehmen und dann zu den Zwergplaneten zählen.
Asteroiden
sind Kleinkörper aus felsigem Gestein. Sie gelten als die Überreste
der Planetenentstehung,
wurden auch als "Weltraumschrott"
oder "Himmelsplage" bezeichnet. Sie sind klein,
langweilig
und geologisch inaktiv und besitzen keine Atmosphäre,
so daß
sie gerne übersehen werden. Allerdings waren sie in den letzten
drei bis vier Milliarden Jahren wesentlich an der
Oberflächengestaltung vieler großer
Himmelskörper wie des
Merkurs oder unseres Mondes beteiligt.
Trotz
des relativ großen Abstands untereinander neigen sie zu Kollisionen,
brechen dadurch auseinander oder löschen sich gegenseitig aus.
Die auf diese Weise entstandenen Bruchstücke bilden manchmal
Asteroiden-Familien, die gemeinsam die Sonne umkreisen.
Nahaufnahmen ihrer Oberflächen zeigen Einschlagskrater -
sie
werden von Mikrometeoriten, dem Sonnenwind und kosmischer Strahlung
bombardiert und sind enormen Temperaturschwankungen ausgesetzt.
Die
zunehmende wissenschaftliche Beschäftigung mit ihnen
führte zu
ihrer Rehabilitierung als wichtiger Bestandteil des Sonnensystems.
Durch den Vorbeiflug der Raumsonde Galileo an Ida und Gaspra und
die
NEAR-Sonde, die auf ihrem Weg zu Eros Mathilde passierte, ist
das
Wissen über Asteroiden im letzten Jahrzehnt enorm
angewachsen.
Ihre
Bedeutung ergibt sich nicht allein aus der Tatsache,
daß sie für
die Erde eine todbringende Bedrohung darstellen oder einen
Reichtum
an mineralischen Bodenschätzen verheißen - vor allem beherbergen
sie Hinweise auf den
Ursprung und die Frühgeschichte des
Sonnensystems.
In dieser Hinsicht sind sie vielleicht ebenso
wichtig wie die Planeten selbst.
Planeten werden umgestaltet,
durch Gezeitenkräfte aufgeheizt und deformiert,
so daß oft alle
Spuren der früheren Oberfläche und ihres ursprünglichen Aufbaus
verlorengegangen sind. Bei den meisten Asteroiden ist dies nicht
der Fall.
Es
gibt über 8000 große Asteroiden, wesentlich mehr aber sind so
klein,
daß sie nur sehr schwer aufzuspüren sind. Lediglich 26
Asteroiden sind bekannt,
die größer als 200 Kilometer sind;
sehr wahrscheinlich wurden alle Asteroiden,
deren Durchmesser
über 100 Kilometer liegt, bereits entdeckt.
Von den kleineren
Asteroiden läßt sich das nicht sagen -
es könnte über eine
Million Asteroiden mit einem Durchmesser von 1 Kilometer geben.
Der
größte Asteroid, 1 Ceres, besitzt einen Durchmesser von 960x932
Kilometern -
und verfügt damit über etwa ein Viertel der
Gesamtmasse aller Asteroiden.
Der Größe nach folgen 2 Pallas, 4
Vesta und 10 Hygiea, deren Durchmesser zwischen
538 und 400
Kilometer beträgt. Alle anderen bekannten Asteroiden besitzen
Durchmesser unter 350 Kilometer. Die Gesamtmasse aller Asteroiden
im
Sonnensystem ist kleiner als die Masse des Monds.